Plauen – Sylvia Golle, selbst Mutter von vier Mädchen zwischen zehn und 20 Jahren,
wollte innerhalb der Aktion „Hilfe für Nachbarn“ Kindern eine Freude bereiten und spendete
namens des Familienunternehmens Golle Zelte und Planen GmbH Plauen 500 Euro. Der
Weihnachtsmann der Hilfsaktion arbeitete fleißig den Wunschzettel einer kinderreichen
Familie ab. Und so konnte Sylvia Golle gestern bei Steffi Krauss und Lebenspartner Steffen
Nürnberger gleich sechsfach Freude spenden. Steffi Krauss hat in die vierjährige Beziehung
sieben Kinder mitgebracht. Der älteste Sohn Christian (20) hat seit einigen Monaten eine
eigene Wohnung, wie auch Tobias, der gleichaltrige Sohn von Steffen Nürnberger. Zwei
Mädchen und vier Jungen machen die sechsköpfige Rasselbande im Haus der Familie
in der Plauener Friedrichstraße komplett. 
Gestern, als Sylvia Golle ein riesiges Geschenkpaket überreichte, war die Freude – und natürlich auch die Neugierde – groß. Ob es klappt mit dem Warten aufs Auspacken bis Heiligabend? Um die Vorfreude noch etwas aufs Weihnachtsfest zu steigern, hatte sich Sylvia Golle nicht nur Zeit genommen, sondern neben Extra Süßigkeiten noch eine Kinderbibel mitgebracht, aus der sie den Kindern die Weihnachtsgeschichte vorlas. Und Nico (11), Vanessa (10), Pierre (13) sowie Nesthäkchen Josi (7) hörten ebenso wie die Erwachsenen aufmerksam und andächtig zu. Nico griff dann selbst zum Buch, um noch eine Geschichte von den Drei Weisen aus den
Morgenland beizusteuern. Und wäre es nach ihm gegangen, hätte das gesamte Buch
gleich durchgelesen werden sollen. Da diese Kinderbibel aber ein Geschenk für die Kinder
ist, bleibt noch oft Gelegenheit zum Lesen – ob laut oder leise. Und auch der achtjährige Leon,
der gestern zur Zeit der Geschenkübergabe noch in der Schule war, wird in der Kinderbibel
seine Lieblingsgeschichte finden.
Die Familie gehört zur Baptistengemeinde in Plauen und wird am Heiligabend in ihrer Kirche die
Weihnachtsgeschichte beim Krippenspiel ganz hautnah erleben. Und Nico wird dabei als Hirte
auftreten. Auch Vanessa darf in einer Zuhörerrolle mitspielen. Darauf freuen sich die beiden
Geschwister schon sehr.
Da am 24. Dezember der Terminkalender der Familie schon eng gefüllt ist – immerhin ist
auch ein Besuch bei Christian eingeplant – wird der Weihnachtsmann nicht erst am Abend zur
Bescherung unter den Tannenbaum rufen. Den dürfen übrigens die Mädchen und Jungen mit
Papa Steffen schmücken.
“Als Kind hätte ich mir nie träumen lassen, eine solch große Kinderschar einmal zu haben“,
lacht Steffi Krauss. „Eigentlich wollte ich nur eine Tochter. Doch die Mädchen haben sich Zeit
gelassen“, erzählt sie. Und zugleich ist zu spüren, dass sie auf keinen der Rasselbande
verzichten möchte. „Klar macht es Arbeit und gibt es zwischen den Geschwistern Streit, doch
das ist in Familien mit weniger Kindern nicht anders.“ Und auch Steffen Nürnberger, der sich
eine Frau mit sieben Kindern angelte, ist zufrieden. „Wir waren Zuhause auch acht Geschwister.
Da gab es niemals Langeweile“, sagt er.
Der gekündigte Gas-Wasser-Installateur hofft im neuen Jahr wieder einen Job zu finden,
denn mit dem gegenwärtigen Finanzen ist es schwer, die Familie zu versorgen. Mutti Steffi,
die früher in der Plauener Gardine arbeitete, ist als Hausfrau und Familienmanagerin
unabkömmlich. „Kinder sind etwas Schönes und sie sind Ansporn. Auch wenn das Meistern
des Alltages ein ständiger Kampf ist“,sagte der Vater.
Sylvia Golle ist glücklich, der Familie helfen zu können. „Wir sind Christen und sehen es als
wichtig an, Unterstützung zu geben. Wir sind dazu in der Lage und deswegen wollen wir es
auch tun“, sagte sie.
Mit ihrem Schwiegervater Gottfried, Schwager Thomas und Ehemann Steffen, den drei
Geschäftsführern des Familienunternehmens,sei sie sich einig in der Entscheidung gewesen,
statt Kundengeschenke etwas für einen guten Zweck zu tun. „Wir haben uns gesagt, wir
reduzieren die Kundengeschenke – sie werden dennoch hoch sein – und geben Geld für die
Hilfsaktion. Damit helfen wir bedürftigen Vogtländern.
Zugleich unterstützen wir die Aktion World Vision und damit Kinder in Afrika, Indien und
Südamerika. Beispielsweise in Somalia die medizinische Versorgung und Ernährung von
Säuglingen bis zum vierten Lebensmonat. In diesem Land ist die Säuglingssterblichkeit extrem
hoch. Pro Kind werden 75 Euro gebraucht. Wir haben uns gleich für die Hilfe für mehrere Babys
entschieden“, erzählt die vierfache Mutter.
Geld aus der weltweiten Hilfsaktion fließe auch in das Projekt „Hennen und Hahn“.
Damit würdeAids-Waisen ein Hühnerstall gekauft, der wiederum für deren Lebensgrundlage sorgt.
„Wir sind als Familie sehr sozial eingestellt und deshalb ist uns Helfen ein Herzensbedürfnis“,
betonte Sylvia Golle.
So wie die Familie Golle haben in den vergangenen Wochen auch viele Vogtländer und hiesige
Unternehmen die Hilfsaktion „Hilfe für Nachbarn“ mit Geld- und Sachspenden unterstützt. Somit
wird es auch in diesem Jahr gelingen, recht vielen bedürftigen vogtländischen Familien eine Freude
zu Weihnachten zu machen. Dafür gebührt ein riesiges Dankeschön an alle Beteiligte. M. T.
(Quelle: Vogtland Anzeiger)